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18. Februar 2026Veröffentlicht am 18. Februar 2026
PrivateGPT: Wie Unternehmen generative KI sicher und kontrolliert nutzen können

Von der privaten KI-Nutzung zum sicheren Einsatz im Unternehmen
Generative KI ist im Alltag angekommen: Viele Menschen nutzen Tools wie ChatGPT bereits, um Texte zu schreiben, E-Mails zu formulieren oder komplizierte Inhalte erklären zu lassen. Im persönlichen Umfeld ist das hilfreich, denn wir können Zeit sparen, bessere Formulierungen finden und erhalten komplexe Inhalte verständlich aufbereitet.
Für Unternehmen stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie lässt sich dieses Potenzial nutzen, ohne den Überblick über Daten, Zugriffe und Prozesse zu verlieren? Und wie lässt sich generative KI so gestalten, dass sie produktiv ist und zugleich sicher, compliant und nachvollziehbar bleibt?
Genau hier setzt PrivateGPT an: Statt einen frei zugänglichen KI-Dienst im Internet zu nutzen, betreiben Unternehmen eine interne KI-Plattform mit klaren Regeln, definierter Architektur und gesteuertem Zugriff auf ausgewähltes Unternehmenswissen.
PrivateGPT im Unternehmen: was es ist und wie es funktioniert
PrivateGPT ist kein fertiges Standardprodukt, sondern ein unternehmensinterner Lösungsansatz für generative KI. Statt einen öffentlichen KI-Dienst im Internet zu verwenden, betreibt das Unternehmen eine eigene Chat-Lösung auf Basis generativer KI, die in einer architektonisch und vertraglich definierten Umgebung unter Verantwortung des Unternehmens läuft und auf internes Wissen zugreifen kann.
Im Kern besteht eine solche Lösung aus drei Komponenten: einer Chat-Oberfläche für die Mitarbeitenden, einem Sprachmodell (LLM), das die Antworten generiert, und einer Wissensschicht, die dieses Modell mit den relevanten Unternehmensdaten verbindet und dabei bestehende Rollen- und Rechtemodelle berücksichtigt.
Oberfläche: Einstiegspunkt für Nutzer:innen
Für die Mitarbeitenden zeigt sich PrivateGPT als einfache Chat-Ansicht. Fragen oder Aufgaben werden in natürlicher Sprache formuliert, etwa: „Fasse dieses Dokument zusammen“ oder „Wie läuft bei uns der Prozess für XY?“. Die KI antwortet direkt im Chatfenster; je nach Umsetzung lassen sich zusätzlich Dateien hochladen oder bestimmte Datenquellen auswählen.
Im Erleben ähnelt das bekannten KI-Chats. Der entscheidende Unterschied: Es wird ausschließlich auf die vom Unternehmen definierte Umgebung und die dafür freigegebenen Datenquellen und Funktionen zugegriffen.
Sprachmodell (LLM): zentrale technische Komponente
Hinter der Oberfläche arbeitet ein großes Sprachmodell (Large Language Model, LLM). Es wurde auf umfangreichen Textmengen trainiert und hat dabei gelernt, Sprache zu verarbeiten, Muster und Zusammenhänge zu erkennen und passende, flüssige Antworten zu formulieren.
Für den Betrieb gibt es in der Praxis zwei Hauptvarianten: Entweder läuft das Modell On-Premises auf unternehmenseigener Infrastruktur, zum Beispiel im eigenen Rechenzentrum. Oder es wird als verwalteter Cloud-Dienst genutzt – in einer klar definierten, vertraglich geregelten Enterprise-Umgebung, etwa in einer EU-Region und mit der Vorgabe, dass Unternehmensdaten nicht für das Training öffentlich zugänglicher Modelle verwendet werden. Entscheidend im PrivateGPT-Ansatz ist, dass transparent ist, wo das Modell läuft, welche Daten es verarbeiten darf, unter welchen Bedingungen dies geschieht und welche Schutzmechanismen gelten.
Zugriff auf internes Wissen: Wissensschicht und RAG
Damit PrivateGPT unternehmensspezifische Fragen beantworten kann, braucht die Lösung Zugriff auf ausgewählte Wissensquellen. In der Praxis werden dafür meist zwei Ansätze kombiniert:
- Dokumente: Relevante Richtlinien, Prozessbeschreibungen, Handbücher oder Projektunterlagen werden gezielt indexiert. Bei einer Frage sucht eine Such- bzw. Vektorkomponente passende Textstellen und übergibt sie dem Sprachmodell als Kontext (Retrieval Augmented Generation, RAG). Die KI stützt ihre Antworten damit wesentlich auf konkret hinterlegte Texte – zusätzlich zu ihrem allgemeinen Sprach- und Weltwissen.
- Fachsysteme: Über Schnittstellen (APIs, zum Beispiel auch über offene Protokolle wie das Model Context Protocol, MCP) können Systeme wie ERP-Lösungen, Atlassian-Tools oder Ticketsysteme angebunden werden. PrivateGPT ruft dann gezielt Daten oder Funktionen in diesen Systemen auf, berücksichtigt dabei die bestehenden Berechtigungen und verarbeitet die Ergebnisse in den Antworten.
In der Praxis entsteht so ein Baukasten aus sicherem KI-Chat, ausgewählten Dokumentquellen und direktem Systemzugriff. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vor allem von den geplanten Use Cases sowie den jeweiligen Sicherheits- und Compliance-Anforderungen ab.
Typische Use Cases im Unternehmensalltag
PrivateGPT entfaltet seinen Nutzen vor allem dort, wo viel gelesen, gesucht und formuliert wird. Drei Einsatzfelder stehen in der Praxis besonders im Vordergrund:
Umfangreiche Dokumente schneller für Entscheidungen nutzbar machen
Lange Reports, Protokolle oder Verträge lassen sich auf zentrale Punkte verdichten. Mitarbeitende können gezielt nach Details fragen, etwa nach konkreten Klauseln, Ausnahmen oder Zuständigkeiten. Das spart Zeit in der Vorbereitung von Entscheidungen und senkt die Einstiegshürde bei komplexen Inhalten.
Regeln und Prozesse auf konkrete Situationen anwenden
Statt sich durch Intranet-Seiten, Confluence-Spaces oder Handbücher zu klicken, beschreiben Mitarbeitende ihre konkrete Situation in natürlicher Sprache. PrivateGPT kann relevante Richtlinien und Prozessschritte vorschlagen, sie verständlich erläutern und auf den geschilderten Fall beziehen, inklusive Verweisen auf die zugrunde liegenden Dokumente. So werden aus abstrakten Regelwerken konkrete, gut nachvollziehbare Empfehlungen für die jeweilige Situation.
Service-, IT-Support und Projekte unterstützen
Im Service- und IT-Support hilft PrivateGPT, passende Wissensartikel, frühere Tickets oder Lösungswege zu finden und Antwortvorschläge zu formulieren. In Projekten, etwa bei ERP-Einführungen oder Software-Rollouts, bündelt der Assistent Spezifikationen, Entscheidungen und Dokumentationen, sodass sich Testfälle, Schulungsunterlagen oder Kommunikationsentwürfe effizient daraus ableiten lassen.
Auf einen Blick: Vorteile gegenüber frei zugänglichen KI-Diensten
- Datenschutz & Vertraulichkeit: Unternehmensdaten bleiben in einer definierten, kontrollierten Umgebung, statt unkontrolliert in frei zugänglichen, generischen Web-Diensten verarbeitet zu werden.
- Unternehmensspezifische Antworten: Die KI arbeitet mit internen Richtlinien, Produkten, Begriffen und Schreibstandards – Antworten passen fachlich und sprachlich besser zum Unternehmen.
- Integration in bestehende Systeme: PrivateGPT lässt sich mit Fachanwendungen, Prozessen und Rollen verzahnen, statt als isoliertes Tool nebenherzulaufen.
- Strategische Unabhängigkeit: Unternehmen behalten mehr Kontrolle darüber, welche Modelle, Datenquellen und Use Cases sie nutzen – und machen sich weniger abhängig von der Roadmap einzelner Public-Anbieter.
Grenzen und notwendige Voraussetzungen
Zu einem realistischen Bild gehört auch, die Grenzen eines PrivateGPT klar zu benennen. Sprachmodelle können überzeugend formulieren, auch wenn Inhalte unvollständig oder nicht ganz korrekt sind. Die Nutzung interner Dokumente reduziert dieses Risiko, schließt es aber nicht aus. Fachverantwortliche bleiben daher in der Pflicht, Inhalte zu prüfen und Entscheidungen zu treffen – insbesondere in rechtlich oder geschäftlich kritischen Bereichen.
Die Qualität der Antworten hängt direkt von der Qualität der zugrundeliegenden Dokumente und Daten ab. Wenn Inhalte veraltet, widersprüchlich oder lückenhaft sind, spiegelt sich das in den Ergebnissen wider. „Garbage in, garbage out“ gilt auch hier.
Darüber hinaus ist ein PrivateGPT kein Einmalprojekt. Datenquellen müssen gepflegt und aktualisiert, Modelle und Infrastruktur überwacht und Sicherheits- sowie Nutzungsrichtlinien regelmäßig überprüft werden. Ohne klare Verantwortlichkeiten – sowohl technisch als auch inhaltlich – bleibt das System hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Technik allein reicht jedoch nicht aus. Damit PrivateGPT im Alltag tatsächlich genutzt wird, braucht es klare Kommunikation, Schulung und Feedback-Schleifen mit den Fachbereichen. Mitarbeitende müssen wissen, wofür die Lösung gedacht ist, welche Grenzen sie hat und wie mit Ergebnissen umzugehen ist. Ohne systematische Begleitung der Transformation, beispielsweise durch Change Management, bleibt die Nutzung oft hinter den Erwartungen zurück – selbst wenn die Technik funktioniert.
Fazit
PrivateGPT ist ein Ansatz, generative KI kontrolliert in den Unternehmensalltag zu integrieren. Den größten Nutzen bringt eine solche Lösung dort, wo klar definierte Use Cases, eine verlässliche Datenbasis und saubere Governance zusammenkommen. Technik, Organisation und Kommunikation müssen dabei zusammenspielen, dann entsteht aus einem KI-Pilot eine Lösung, die im Alltag tatsächlich genutzt wird.
Ihr nächster Schritt
Lassen Sie uns gemeinsam klären, welche Use Cases für Ihr Unternehmen sinnvoll sind, welche Datenbasis dafür notwendig ist und wie Sie den Einstieg in eine PrivateGPT-Lösung strukturiert, sicher und praxisnah gestalten können.


